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Gedankenherbst

Wie wäre es, wenn jeder anfängt seine Gedanken laut auszusprechen?
Ein unendliches gebrabbel von Worten und Sätzen, zusammenhanglos und unverständlich. Die Welt wäre ein gigantischer Bienenstock. Nur dass wir keine fette Königin hätten, die wir füttern müssen.
Wie lange würde es dauern, bis man eingewiesen wird, eben wegen unserer Gedanken, die wir kontinuierlich vor uns hinsummend, die aus unserem Kopf ausbrechen und um uns herumfliegen, wie fallende Blätter im Herbst.
Würde jeder tun und lassen wozu er gerade Lust hätte, würde ich kein Benzin bezahlen - vermutlich wäre sowieso niemand da, der das kontrollieren würde, geschweige denn es gäbe Benzin - meine Lehrerin (die vermutlich gar nicht unterrichten würde ... obwohl doch, die ist so übermotiviert, dass man sich einen Vorschlaghammer wünscht um ihr die Beine zu brechen, um ihr mit ihren eigenen Füßen das Maul zu stopfen) hätte keine Augen mehr und ich hätte sie schon drei Mal überfahren.
Es ist klar, dass wir Richtlinien, eine Moralvorstellung und Gesetzte brauchen, denn sonst wären wir ziemlich am Arsch. Doch Gedanken verletzen niemanden. Zumindest nicht körperlich. Gedanken halten einen nicht davon ab, das zu tun, was man tun muss. Gedanken sind wie Schmetterlinge, die einem aus dem Mund krabbeln und manchmal verwandeln sie sich auf ihrem Weg zu jemandem in Hornissen, stechen ihm ins Gesicht und ganz ganz selten, hat diese Person eine Allergie und man kann zusehen, wie er oder sie an den Worten zerbricht, die man ihm entgegenwirft. Kleine bunte Bälle, gefüllt mit Säure und hochwertigem Alkohol.
Sie zerfressen dir nicht nur die Haut, sondern es brennt auch noch ordentlich. Vielleicht erbarmt sich ja irgendwer und wirft ein brennendes Streichholz nach.
Abra kadabra, Worte sind Waffen.
Die Vorstellung ist doch ganz witzig.
Also, warum sagt niemand das was er denkt?
Weil wir Heuchler sind.
Wir lügen uns durch den Tag, je mehr Menschen wir treffen, desto häufiger lügen wir. Hier und da mal ein anderes Wort, wen kümmert das schon? Wir bemerken es schon selbst gar nicht mehr.
Fakt ist doch, wenn wir einfach jemandem sagen, dass wir ihn oder sie scheiße finden, dann können wir uns nicht mehr erhoffen, dass diese Person uns irgendwann noch mal einen Gefallen tut. Und darauf ist man ja aus. Irgendwer ist irgendwann irgendwo irgendwie vielleicht noch einmal nützlich und diese Möglichkeit lässt man sich besser nicht entgehen.
Man ist ja schließlich nicht blöd.
Es liegt also an uns.
Unsere eigene sture Ignoranz schließt uns selbst in unsere Köpfe ein, näht uns den Mund zu und gibt uns eine saftige Ohrfeige, wenn wir drauf und dran sind jemanden zu beleidigen.
Wir halten den Mund, drehen uns um und gehen, wobei wir uns unseren Teil natürlich denken.
Einige Leute schaffen es, sich davon zu befreien.
Jemand nervt dich? Kein Problem. Du sagst ihm er soll die Fresse halten, schlägst ihm auf den Hinterkopf und beißt ihm zur Not ins Gesicht.
Darauf folgt.
Jeder bezeichnet dich als irre. Verrückt. Durchgeknallt.
"Sollen wir dich zur Psychiatrie bringen? Hier ist eine in der Nähe."
"Ich weiß, von da bin ich abgehauen und nu halt's Maul."
Nervige Leute sind ... nervig.
Und wir sind alle selbst nervig für irgendwen.
Freunde sind Leute, die einen nicht nervig finden oder einen ertragen können und umgekehrt.
Also wozu diese Heimlichtuerei?
Es wäre doch alles viel witziger, wenn wir einfach mal loslassen könnten. Wir können nicht alles kontrollieren, wir können uns ja nicht einmal selbst kontrollieren.
Zum Beispiel kann ich nicht die Uhrzeit bestimmen, wann ich auf Klo muss. Wenn ich muss, dann muss ich. Egal ob ich grade auf der Autobahn im Stau stehe oder glücklicherweise zu Hause bin und das Klo frei ist.
Wir können nicht kontrollieren, wie schnell uns die Haare ausfallen, wir können nicht kontrollieren, ob wir eine Brille brauchen, wir können nicht kontrollieren wie viele Leberflecke wir haben.
Die ganzen kleinen Dinge, die wir kontrollieren können wie Anziehsachen, Schmuck, Essen udn ob wir uns in die Hose kacken oder nicht sind völlig bedeutlungslos.
Aber jeder hält daran fest.
Ist doch irgendwie ziemlich lächerlich.
Einfach mal fallen lassen und zählen, wie lange es dauert, bis man auf den Boden aufschlägt.

24.7.10 21:57
 


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